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Projektgebiet |
Die Nordrhein-Westfalenstiftung hat den ehemaligen Standortübungsplatz Apricke im Jahr 2007 für Zwecke des Naturschutzes erworben. Das Gebiet wird heute vom Naturschutzzentrum Märkischer Kreis in Zusammenarbeit mit der Stadt Hemer betreut.
Artenvielfalt über Kalkstein Ein Blick in den nördlich angrenzenden
Steinbruch zeigt den geologischen Untergrund
des Gebiets: Er besteht größtenteils aus mitteldevonischem
Massenkalk. Das helle, harte
Sedimentgestein bildete sich aus den Ablagerungen
eines Meeres, das vor rund 380 Mio.
Jahren Teile des Rheinlands und Westfalens
bedeckte. Bei Sonnenschein erwärmen sich die
flachgründigen Böden sehr rasch. In der |
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Auf Wanderwegen, welche teilweise die ehemaligen Panzerstraßen nutzen, lässt sich das hügelige Gelände zu Fuß, per Fahrrad oder mit Inlinern erkunden. Die Wege führen beispielsweise zu den Weideflächen von urtümlich wirkenden Heckrindern, Dülmener Pferden und einer Ziegenherde. Ohne diese Weidetiere würden die Magerrasen in einigen Jahren mit Sträuchern zuwachsen. Pflanzen wie Feldthymian und Heil-Ziest oder Vögel wie Wiesenpieper und Neuntöter würden verschwinden. An sechs Aussichtspunkten stehen Erläuterungstafeln, auf denen Sie Informationen über die Weidetiere und ihre Aufgaben für die Landschaftspflege sowie über die Geschichte des Gebietes finden. Als Besucher können Sie sich auch einer geführten Wanderung anschließen, bei der Sie die faszinierende Pflanzen- und Tierwelt erklärt bekommen. Solche Exkursionen werden regelmäßig angeboten. Infos hierzu bekommen Sie beim Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V., Tel. (0 23 51) 4 32 42 40. Rückblende: Weidewirtschaft und Soldaten Kalkmagerrasen und trockene Glatthaferwiesen sind das Ergebnis jahrhundertelanger extensiver Beweidung oder Mahd auf kalkreichen Böden. Auf saurem Untergrund führte die entsprechende Nutzung dagegen zu Heiden und Borstgrasrasen, so im äußersten Nordosten des Gebiets. Die Flächen wurden traditionell nicht oder nur ganz wenig gedüngt. Deshalb entwickelte sich eine artenreiche, blumenbunte Vegetation, die vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet. Schon seit den 1970er Jahren wurde die Schafbeweidung zunehmend unrentabel. Da auch der militärische Übungsbetrieb die steileren Lagen am Hoppenberg aussparte, konnten sich Schlehen, Zitterpappeln, Birken und andere Pioniergehölze ansiedeln. Sie drangen in den Folgejahren immer stärker in die brach liegenden Magerrasen vor. Aus der Sicht des Kulturlandschafts- und Artenschutzes war diese Entwicklung nicht erwünscht, da viele seltene Tier- und Pflanzenarten auf lückige Magerrasen angewiesen sind. Durch die Beweidung wird jetzt das traditionelle Landschaftsbild wiederhergestellt.
Hier sind wir zuhause: Für Neuntöter, Schwalbenschwanz, Feldlerche und für viele andere gefährdete Tiere und Pflanzen bietet dieses Schutzgebiet einen geeigneten Lebensraum.
Große Weidetiere als Helfer des Naturschutzes Die Haltung von genügsamen Rindern, Pferden, Ziegen und Schafen in Schutzgebieten ist eine unkomplizierte Methode, um die offene Kulturlandschaft zu bewahren und zugleich die Lebensräume gefährdeter Wildpflanzen und -tiere zu erhalten. Mit ihren unterschiedlichen Vorlieben für bestimmte Futterpflanzen ergänzen sich die Huftiere bei der Landschaftspflege.
In den 1920er Jahren begannen die Brüder Heinz und Lutz Heck, Zoodirektoren in München und Berlin, mit der „Rückzüchtung“ von Auerochsen. Sie kreuzten urtümliche, robuste Rinderrassen wie Ungarische Graurinder, Schottische Hochlandrinder und Spanische Kampfrinder. Als Ergebnis entstand das Heckrind. Dieses ist zwar etwas kleiner und leichter als sein ausgestorbener Vorfahr, aber wegen seiner Anspruchslosigkeit und Robustheit gut geeignet, die „ökologische Planstelle“ des Auerochsen einzunehmen. Die Rinderherde in Hemer wird vom ortsansässigen Landwirt Jürgen Überacker betreut. Die Tiere stammen überwiegend aus dem Naturschutzgebiet Stilleking bei Lüdenscheid. Dülmener Pferde Zusammen mit den Rindern weiden einige Nachkommen der westfälischen Dülmener Wildpferde aus dem Merfelder Bruch. Die stark gefährdete Kleinpferdrasse hat Ähnlichkeit mit dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd oder Waldtarpan. Über das hell gelbgraue Rückenfell verläuft ein Aalstrich, an den Beinen erkennt man teilweise schwache Streifen. Die Pferde bleiben ganzjährig im Freien und suchen sich ihr Futter selbst. Ein Hengst wird nur im Frühsommer zu den Stuten gelassen, so dass diese nach elf Monaten Tragzeit im Mai des Folgejahres ihre Fohlen bekommen. Zu dieser Zeit ist die Futterversorgung auf den Weiden am besten. Trotz ihrer ursprünglichen Merkmale sind Dülmener gutmütige und ausgeglichene Tiere. Der Hemeraner Heinrich Oedekoven, der seit vielen Jahren Dülmener Pferde besitzt, betreut auch die Kleinpferde auf dem ehemaligen Standortübungsplatz.
Bodenbrüter wie Wiesenpieper und Feldlerche bauen ihre Nester dort, wo die Weidetiere nicht ständig herumlaufen. Ihre Revierdichte und ihr Bruterfolg ist auf beweideten Flächen sogar größer, weil sie dort vor Störungen durch frei laufende Hunde, Fußgänger und Fahrzeuge geschützt sind. Kommt einem brütenden oder fütternden Vogel ein grasendes Tier zu nahe, macht sich der Vogel bemerkbar. Die Weidetiere weichen dem Nest dann aus.
Das Beknabbern saftreicher Rinde und junger Zweige gehört zu den Vorlieben von Ziegen. Genau deshalb werden sie zur Zeit auf dem Hoppenberg eingesetzt. Das Beweidungskonzept des Naturschutzzentrums sieht vor, dass die Ziegen die unerwünschten jungen Gehölze zum Absterben bringen. So sollen die Magerrasen mit ihrer bedrohten Flora und Fauna wieder hergestellt werden. Später soll eine Schafherde die offenen Flächen beweiden. Der Ziegenhalter Thomas Stumpf ist ein erfahrener Landwirt und Biologe, der nicht zulassen würde, dass seine Tiere Not leiden.
Die Weidetiere haben keinen Stall und werden wenig gefüttert . Ist das nicht Tierquälerei ? Die auf dem ehemaligen Standortübungsplatz weidenden Ziegen und Schafe gehören zu besonders genügsamen und robusten Rassen. Auch Heckrinder und Dülmener Pferde sind bekanntermaßen anspruchlos und kälteunempfindlich. Stallhaltung mit hoher Luftfeuchte würde ihre Gesundheit eher schwächen. |
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